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Dienstag, 18. August 2020

Mal wieder ausgehen




Schon merkwürdig mal wieder weg zu fahren und einfach mal so was anderes zu sehen. Also eigentlich ist es das ja nicht, aber so in dieser Krise, fragt man sich schon, ob das sein muss. Und ich bin von mir selbst überrascht, dass es mich durchaus so jeden Monat etwa aus dem Haus zieht.

Vor der Krise hatte ich oft Terminstress. Geburtstage, Vereinsveranstaltungen und Freunde besuchen habe mich häufig genug vom Hof geholt. Das ist alles weg gefallen und tatsächlich taucht dann die Sehnsucht auf, mal etwas anderes zu sehen. Wir haben uns vorgetastet. Erstmal ging es Essen in der dörflichen Gastwirtschaft. Da fühlte ich mich nicht so beguckt. Und so kann man auch mal üben, wie das mit den neuen Regeln ist. Am Ende hilft einem ja immer der gesunde Menschenverstand weiter.

Inzwischen haben wir einige Ausflüge gemacht. Es ist gerade angenehm, dass die typischen touristischen Attraktionen nicht überlaufen sind. Das mag schlecht für Gastronomen und Veranstalter sein, für mich als Nutzer ist es sympathisch. Dabei freue ich mich außerdem noch, die Schätze meiner Heimat zu erkunden oder Veränderungen zu bemerken.

Dienstag, 11. August 2020

Kein Titel - Elitefohlenschau




Wir haben es versucht - das mit dem Elitetitel. Jedes Jahr werden die besten Fohlen im Zuchtverband Mecklenburg Vorpommern zur Elitefohlenschau eingeladen. Unser Clarence hatte ausreichend Punkte in der Fohlenschau gesammelt, um eine Einladung zu erhalten.

Es ist nicht unsere erste Elitefohlenschau auf der Reitanlage von Holger Wulschner gewesen, so dass wir schon wussten worauf es ankommt und auf was wir achten müssen. Die Reitanlage ist nicht gerade um die Ecke, so das frühes Aufstehen schon mal das erste ist. Vor allem, weil die Shettys ganz zu Beginn dran sind. Nach uns kamen noch die anderen PKS (Pony, Kleinpferde und Sonderrassen) Fohlen und am Nachmittag waren dann die Mecklenburger dran. Es war, wie immer, ein heißer Tag, so dass der frühe Termin für uns sehr angenehm war.

Ich hatte aber schon die anderen Fohlen auf der Schau gesehen und ich hatte keine großen Erwartungen. Nach all den Jahren kann man schon ein bisschen einschätze, wie die eigenen Fohlen im Vergleich zu den anderen sind. Meine Shettys sind umgänglich, ruhig und besonders nett. Das führt aber auch dazu, dass sie in einer solchen Umgebung eher zurückhaltend sind.

Clarence war ziemlich geflasht von dem ganzen Trubel und hat sich dicht an seine Mutter gehalten. Er kam im Trab auch nicht so richtig aus sich heraus. Und - machen wir uns nichts vor - viel mehr ging bei ihm auch nicht. Er ist ein sehr gutes, sicheres Shetty mit einem bombastischen Schritt und einer schönen Brust. Vor der Kutsche wird er eine super Figur machen und im Handling werden auch Anfänger mit ihm klar kommen. Aber für einen Elite-Titel genügt das eben nicht.

Dienstag, 4. August 2020

Und sogar noch Honig




Da ist ordentlich was los im Bienenstock. Es ist beeindruckend wieviel "Bienenmasse" meine Völker produziert haben. Aus dem einen Volk im Frühjahr sind jetzt 4 Völker geworden. Zwei der neuen Ableger haben schon so viele Bienen im Stock, dass ich sie auf zwei Zargen führen kann. Der dritte Ableger ist noch kleiner, aber im Grunde total normal für einen Ableger aus dem Mai. Ich habe dieses Jahr die Ableger aber auch gut zugefüttert. Sie haben die vollen Waben aus den eingegangenen Völkern bekommen, die ich aufbewahrt hatte.


Normalerweise schaffen Bienen nur eins - entweder Vermehrung oder Honig einlagern. Aber in diesem Jahr war das Wachstum der Bienenvölker überraschend hoch. Das war nicht nur bei mir so. Auch die anderen Imker im Verein freuen sich über viele Bienen. Dadurch wurde der Verlust von Bienen durch die Vermehrung locker aufgefangen und es waren noch ausreichend Arbeiterinnen da, die sammeln konnten. Dazu kam das durchgängige Trachtenband, dass ich den Blühstreifen zu verdanken habe. Der Honig wird dadurch ungewöhnlich anders, aber immer noch sehr lecker.



Tatsächlich sind es ungefähr 20kg Honig geworden. Ein Teil ist schon fertig gerührt und abgefüllt. Er kristallisiert schnell aus, aber es ist kein Rapshonig. Im Moment ist er cremig und sieht aus wie Gold.

Ich habe nach dem Schleudern die Behandlung mit der Ameisensäure begonnen. 14 Tage ist jetzt die Säure in den Beuten verdunstet und hat hoffentlich der Milbe ordentlich garaus gemacht. Die Milbe ist wohl in den meisten Fällen schuld daran, dass meine Völker den Winter nicht überleben. In diesem Jahr habe ich ihr den Kampf so richtig angesagt. Ich habe mich noch einmal belesen, gemessen und auch ein paar Dinge gekauft, damit ich richtig zuschlagen kann. Den Erfolg werde ich aber erst nächstes Jahr im März sehen.

Dienstag, 28. Juli 2020

Es blüht so schön



Taubnessel
Mein Gemüse / Blumen / Jät- Garten ist eine Pracht. Ich habe ja ein eher chaotisches System in meinem Garten. Es darf sich alles selbst aussäen und ich jäte die Pflanzen, die sich zu sehr ausbreiten oder, die ich nicht im Garten haben möchte.

Königskerze
Tatsächlich lasse ich oft im Frühling viel mehr stehen als nötig, weil der Garten so kahl aussieht. Und wenn dann der Juli kommt, findet man kaum noch Platz um sich umzudrehen. Es nutzt dann alles nichts - ich muss einiges herausreißen.

Johanneskraut
Ich versuche mich auch immer mal wieder darin, neues anzusäen. Aber irgendwie ist das nicht so richtig mein Ding. Sehr einfach sind da Kartoffeln und Bohnen. Die verteilen sich jetzt irgendwo zwischen meinen Blumen. Ich weiß gar nicht, ob die sich gut entwickeln können, wenn die von den Seiten so zugewachsen sind.

Stachelbeere
Mein Pflücksalat fühlte sich anscheinend bedrängt und sieht wirklich sehr sparsam aus. Die Kartoffeln haben nicht viel Kraut entwickelt. Allerdings haben sie auch keinen Kartoffelkäfer. Das ist der Vorteil, wenn man keine Monokultur anbaut. Die Schädlinge haben es dann schwer ihre bevorzugte Speise zu finden. Die Bohnen wurden Stangenbohnen, weil es an dem Tag keine Buschbohnen gab. Dafür habe ich nicht wirklich Stangen und jetzt hängen sie auch etwas merkwürdig durch.

Malve
Die Erdbeeren waren prachtvoll. Aber nach einer Woche Erdbeeren habe ich den Rest den Schnecken und Staren überlassen. Ich fürchte sie werden sich nächstes Jahr daran erinnern und mir alles Essbare plündern, bevor es reif ist.
Lichtnelke (also wahrscheinlich)
Bei diversen Pflanzen, die mir gefallen, weiß ich nicht einmal wie sie richtig heißen. Eine Nachbarin hatte jetzt einen Tipp zu einer App, die Pflanzen bestimmt. Die Frage ist - ob ich mir die Namen alle merken kann, oder ob die Bestimmung überhaupt stimmt. So ganz wissenschaftlich geht es in den Apps ja auch nicht zu. Da wird eher das Schwarmwissen des Internet abgefragt. Wenn möglichst viele Menschen ähnliche Bilder posten und den gleichen Namen dazu schreiben, dann wird es wohl die Pflanze sein.

Bartnelke
Das ganze führt ein Botanik-Studium ein bisschen ad absurdum. Aber vielleicht ist es auch nicht super wichtig für einen normalen Gartenbesitzer zu wissen, ob es die Lichtnelke oder ein Phlox ist. Im Grunde muss man nur wissen, ob die Pflanze giftig ist.

Himbeere


Mohn


Phlox


Dienstag, 21. Juli 2020

Verrücktes Bienenjahr




Das ist zum Verrückt-werden in diesem Jahr. Da denkst du, du kannst es jetzt nach 10 Jahren endlich mit den Bienen und dann ist das Jahr schon wieder anders. Ich habe jedenfalls schon wieder so einiges gelernt, weil einfach alles nicht nach Plan verlaufen ist.



Ich hatte den Plan einen Kunstschwarm zu machen. Dann habe ich die Königin nicht gefunden und mich umentschieden und einen Brutableger gemacht. In dem Ursprungsvolk wurden dann ganz viele Königinnen geschaffen. Da ich den Schwarm verhindern wollte, habe ich die Zellen entnommen und neue Völker geschaffen - insgesamt 4 Stück. Der Vorsitzende meines Imkervereins hat mir dabei geholfen. Ein Volk davon ist nix geworden. Und ein Völkchen steht noch bei dem Vorsitzenden meines Imkervereins.
Dann wurde das Ursprungsvolk drohnenbrütig. Ich hatte nämlich aus Versehen doch die Königin mit umgesetzt und die Nachschaffungszellen sollten eigentlich den Verlust ausgleichen, aber ich habe sie entnommen. Bei so einem Volk hilft nur abfegen.


Das wäre nicht so ein Drama, wenn meine Ausrüstung nicht ein Drama wäre. Ständig sind Bienen unter meinen Schleier geflogen. Und in der Situation sind Bienen nicht besonders nett. Am ursprünglichen Platz habe ich die Beute stehen lassen und eine neue Königin zugesetzt. Viele Bienen haben den Weg nach Hause gefunden. Die drohnenbrütigen Arbeiterinnen hingegen sind hinten geblieben und hängen hier sichtbar an der Schubkarre.

Jetzt hat sich alles beruhigt. Vier schöne Völker stehen bei mir. Und eines (das mit der Königin vom letzten Jahr - mein vermeintlicher Brutableger) hat sogar noch ein bisschen Honig gebracht. Bienen, bei denen Chaos zu Hause herrscht, sammeln nämlich nicht ordentlich. Der Honig von diesem Jahr wird also interessant. Da ist von Raps, über Phacelia bis Linde alles drin. Und es wird sehr wenig werden. Ich denke, dass ich kaum mehr als 10kg schleudern werde. Denn genau das habe ich immer noch nicht gemacht.

Dienstag, 14. Juli 2020

Das Tinkerfohlen in der Schau


Am 27.06.20 war die Fohlenschau der IG Lewitzer in Friedrichsmoor. Letztes Jahr haben wir dort den Shiro vorgestellt. Er ist schließlich ein Lewitzer. Aber diesmal haben wir die Tinker mitgenommen. Die dortige Fohlenschau ist "rasseoffen". Das bedeutet, dass man auch mit jeder anderen Rasse sich dort anmelden kann. Wer den Vergleich mit Fohlen der gleichen Rasse sucht, der guckt sich um, wo seine Rasse die meisten Fohlen zeigt. Bei den Tinkern in MV ist das gleich 0. Die meisten Tinker werden im ZfdP gezüchtet. Dieser Verband ist bundesweit vertreten. In diesem Verband werden auch Zuchtschauen veranstaltet. Aber das ist alles unglaublich weit weg. Glücklicherweise hat der Pferdezuchtverband MV eine Vereinbarung mit dem ZfdP, so dass ich auch als Mitglied des Pferdezuchtverbandes meine Stute bewerten und eintragen lassen kann und somit "volles" Papier auch für das Fohlen bekomme.




Nun werden nicht sehr viele Tinker hier in MV eingetragen. Damit die Richter auch wissen, wie so ein "richtiger" Tinker aussehen soll, habe ich neben der Anmeldung im Zuchtverband auch die IG Lewitzer informiert. Die IG übernimmt die Organisation der Veranstaltung und organisiert und bezahlt auch die Richter. Dafür muss ich auch ein bisschen zahlen. Das ist voll in Ordnung.




Am Ende hatte der Maverick 23 Punkte und eine Fohlenprämie und Luna, seine Mutter, eine Eintragung in das Stutbuch I und ich war den Pferdepass los. Der Pferdepass liegt jetzt beim Pferdezuchtverband. Dort wird die Zuchttauglichkeit der Stute eingetragen. Sie ist sehr rassetypisch, nur ihre Fesselung ist zu weich. Maverick hat das nicht geerbt. Das wurde als Zuchtfortschritt gewertet.



Mir machen diese Veranstaltungen Spaß. Und auch wenn ich sonst ein schlechter Verlierer bin, hier kann ich damit leben, dass wir nicht den ersten Platz machen. Wichtiger ist mir das Interieur. Am Ende sollen es Ponys sein, mit denen es Spaß macht zu arbeiten. Zugegeben - wenn ich noch angemessenes Geld für so ein Pferd bekomme, bin ich doppelt glücklich. Bei Maverick stimmt alles - Körperbau, Rassetyp und Bewegung und das Interieur. Das können die Richter schlecht beurteilen, das merke ich halt selbst im Umgang.

Die wundervollen Bilder stammen von kg.fotografie (siehe Instagram)

Dienstag, 7. Juli 2020

Verladen mit Shetlandponys




Das mit den Shetlandponys ist schon lustig. Ganz oft liest und sieht man Menschen, die sich mit dem Verladen ihres Pferdes schwer tun. Und es gibt viele Trainer, die hauptsächlich Verlade-Training machen.



Ich habe immer Respekt vor dem Verladen und habe mal einen Kurzkurs dazu in Neustadt-Dosse auf dem Gestüt gemacht. Da ich auf diesen Stress keine Lust habe, gehört das Verladetraining regelmäßig dazu.
Ich habe mir einen Hänger anfertigen lassen und darauf geachtet, dass die Wände hell beschichtet sind, damit die Tiere nicht so ganz ins Dunkle laufen. Außerdem ist der Hänger groß genug für die Kutsche und damit breiter und länger als normale Pferdeanhänger. Es ist also viel Platz und Licht für alle da.
Gerade in der Fohlenzeit habe ich aber nicht immer Zeit, mich täglich mit dem Training zu befassen. Die Fohlen müssen allerdings zur Fohlenschau in den Hänger gehen. Da sind sie etwa 6 bis 8 Wochen alt. Da ist nicht viel Zeit zum üben. Ich habe mir die Neugierde der Ponys zunutze gemacht und habe den Hänger offen auf die Koppel gestellt. Im Hänger habe ich Stroh und Heu liegen lassen. Die Mütter kennen den Hänger und wissen, dass es da immer mal wieder gute Sachen drin gibt und sind schon mal gucken gegangen. Und die Fohlen sind dann hinterher.
Das größte Hinderniss ist oft die Rampe, die klappert und auch ein wenig nachgibt. Wenn sie das kennen, ist der Rest ein Klacks.

So habe sich meine Ponys immer wieder selbst verladen. Und am Tag der Fohlenschau, war es unproblematisch, weil sie einfach ihren Müttern in den Hänger gefolgt sind.